Fester Fahrplan fehlt

Beim baulichen Ausbau der Ganztagsbetreuung an Oldenburgs Grundschulen gibt es noch Luft nach oben: 17 von 28 Grundschulen sind bereits entsprechend umgebaut, die gesetzlichen Vorgaben sind damit aber noch nicht vollständig erfüllt. Für die GS Ohmstede fehlt bislang sogar ein konkreter Zeitplan für den Gebäudeausbau. Sie liegt derzeit nur an dritter Stelle der Prioritätenliste, hinter der Hermann-Ehlers-Schule.

Der Ohmsteder Bürgerverein, Elternvertretung und Schulleitung trafen Verantwortliche aus der Stadtverwaltung, um sich über Hintergründe zu informieren und eine Perspektive für die Grundschule Ohmstede aufgezeigt zu bekommen. Damit sich etwas ändert, hat die Politik zwei Aufgaben zu lösen. Erstens: die laufende Sanierung der Schulgebäude endlich auskömmlich finanzieren – die chronische Unterfinanzierung sorgt stadtweit für einen schlechten Bauzustand. Zweitens, und das ist die eigentliche Hürde: genug Personal einstellen. Die Stadt wuchs in den letzten zehn Jahren, mit ihr die Anzahl der Räume, der Schüler und der zu pflegenden Flächen – doch die Zahl der Bauunterhalter hielt nicht Schritt. Ohne mehr Personal lässt sich weder sanieren noch der gesetzliche Anspruch auf gute Ganztagsbetreuung umsetzen.

Egal welcher Kandidat bei der Stichwahl gewählt wurde: Er und der neue Stadtrat stehen nun in der Pflicht. Denn wo die Gebäude bröckeln, bröckelt die Demokratie. Alle Oldenburger Schulen brauchen einen ordentlichen baulichen Zustand. Und die Ohmsteder Grundschule braucht zusätzlich den Ganztagsausbau, so wie elf weitere Oldenburger Schulen – im Sinne der Kinder und unser aller Zukunft.