Erinnern heißt Zusammenkommen

Wer sich heute über den Nationalsozialismus informieren will, braucht nur ein Smartphone. Künstliche Intelligenz erschließt Archivquellen, soziale Medien erreichen neue Zielgruppen. Das ist gut so. Doch KI-generierte Fälschungen und gezielte Desinformation verwischen zugleich die Grenze zwischen Wahrheit und Manipulation. Gerade deshalb braucht Erinnerung mehr als einen Bildschirm. Sie braucht Orte der Begegnung und Menschen, die zuhören, erzählen und nachfragen, über Generationen hinweg. Empathie lässt sich nicht automatisieren. Der Volkstrauertag bietet dafür einen Rahmen. Wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt, aller Nationen und aller Zeiten, und erleben, dass Gedenken ein gemeinsames Tun ist. Im Anschluss an den Gottesdienst um 10 Uhr in der Ohmsteder Kirche versammeln wir uns am Denkmal Butjadinger Straße / Grashornweg, um ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen. Danach führt der gemeinsame Weg zum Ehrenmal auf dem Ohmsteder Friedhof. Kommen Sie, ob jung oder alt, allein, mit Familie oder Freunden. Bringen Sie Ihre Fragen und Erinnerungen mit. Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Gespräch bei der Freiwilligen Feuerwehr Ohmstede, die für das leibliche Wohl sorgt. Lassen Sie uns zeigen: Erinnerungskultur lebt, wenn wir sie miteinander leben.