Prange im Dialog

Bei brütender Hitze stellte sich Ulf Prange, Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, den Fragen des BV Ohmstede. Rund 30 Interessierte waren auf dem Diershof zusammengekommen, um den Juristen und seine Visionen für Oldenburg kennenzulernen. Nach einer Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des BV Ohmstede präsentierte Prange seine Agenda, beantwortete Fragen und zeigte sich als klarer Gegenentwurf zu seinem Vorgänger.

Der Bürgerverein Ohmstede nimmt Pranges Selbstcharakterisierung als „anderer Typ“ zur Kenntnis und erwartet konkrete Umsetzungspläne zu seinen angekündigten Schwerpunkten: Wie genau soll die angestrebte „neue Umsetzungskultur“ in der Verwaltungspraxis aussehen? Die versprochene Digitalisierung von Routineaufgaben und effizientere Prozesse sind aus Sicht des Vereins dringend nötig – hier fehlen bisher messbare Ziele und Zeitpläne.

Bei den zentralen Themen – bezahlbares Wohnen, Mobilitätsplan und Schulinvestitionen – hofft der BV auf eine solide Finanzierung, insbesondere vor dem Hintergrund der voraussichtlich in Zukunft angespannten Haushaltslage der Stadt. Die Kritik an den – von Prange so betitelten – „Vollkatastrophen“ wie Flötenteichbad oder Weseremshalle teilt der Verein und erwartet eine detaillierte Aufarbeitung der Fehler sowie klare Zeitpläne für den Abschluss dieser Projekte. Ob die Stadt aus den Fehlern der Vergangenheit lernt, werden die beiden “neuen Großprojekte” Stadionneubau sowie Tiefgarage am Pferdemarkt zeigen. Prange weist darauf hin, dass diese zu Ende geführt werden müssen.

Besonders begrüßt der BV Ohmstede Pranges Forderung nach mehr direkter Kommunikation der Verwaltung. Die Ankündigung, durch Rahmenregelungen (z. B. für Osterfeuer) Bürokratie abzubauen, geht in die richtige Richtung. Der Verein erwartet hier jedoch konkrete Vorschläge, wie solche Regelungen aussehen und wann sie eingeführt werden sollen – insbesondere, um die bisherige Praxis der Einzelfallentscheidungen zu überwinden, die oft zu Verzögerungen und Unzufriedenheit führen.

Der BV Ohmstede benannte lokale Probleme: Die ungelöste Parkplatznot an den Bornhorster Seen trotz Gefahrenlage wird zu prüfen sein. Die Akzeptanzabgabe des Windparks Bornhorst wird, wie vom Land vorgesehen, den Anwohnerstadtteilen Bornhorst, Ohmstede und Etzhorn zugutekommen. Prange wird die Eigentümer des brachliegenden Gewerbegebiets Ohmstede kontaktieren und eine künftige Nachnutzung diskutieren. Bei der Elsflether Straße greifen Anwohner wegen Untätigkeit der Stadt selbst zu Säge und Heckenschere. Auch defekte Leitpfähle werden nicht ersetzt. Ob eine Verbesserung möglich ist, konnte Prange wegen der angespannten Personallage in diesem Bereich nicht versprechen. Den Rattenbefall in Oldenburg möchte Prange mit dem Dreischritt aus kommunaler Bekämpfung, Aufklärung und Sanktionen in den Griff bekommen.

Prange zeigte sich offen für die Anliegen des Bürgervereins. Der Bürgerverein Ohmstede bedankt sich bei Ulf Prange für das Kommen sowie den konstruktiven Austausch. Im Falle seiner Wahl wird Prange an der Realisierung seiner Aussagen und Ziele gemessen werden.