Neulich im Repaircafé Ohmstede: Eine Kundin, über 70, möchte ihren alten Microsoft-Vertrag loswerden. Kein Einzelfall. Gerade jetzt, wo Microsoft den Support für ältere Windows-Versionen einstellt und viele Menschen vor der Frage stehen, wie es mit ihrem Rechner weitergeht, überlegen immer mehr: Muss es wirklich wieder Microsoft sein?
Wir haben gemeinsam geschaut, was sie wirklich braucht. Herausgekommen ist ein einfacher Wechsel: Aus Outlook wurde Thunderbird, aus Word wurde LibreOffice. Der alte Vertrag wurde gekündigt, die neuen Programme installiert. Ein bisschen Eingewöhnung braucht es immer – aber Senden, Speichern, Drucken funktionieren auf Anhieb, die Symbole sehen sich zum Verwechseln ähnlich.
Der Hintergrund ist größer, als man zunächst denkt. Datenschutzbehörden bemängeln seit Jahren, dass Microsoft-Produkte europäischem Recht nicht ohne Weiteres genügen – US-Gesetze erlauben amerikanischen Behörden weitreichenden Zugriff auf Daten, selbst wenn sie in Europa liegen. Genau deshalb ruft der monatliche Digitale Unabhängigkeitstag dazu auf, sich Schritt für Schritt von den immer gleichen großen Anbietern zu lösen – Schleswig-Holstein etwa steigt in der Verwaltung bereits auf freie Software um.
Was für Behörden gilt, gilt im Kleinen auch für uns zu Hause. Freie Software wie Thunderbird oder LibreOffice gehört niemandem, der damit Geschäfte machen will. Sie gehört allen – und genau das ist, was Freiheit hier bedeutet: selbst zu entscheiden, wem man seine Daten anvertraut. Man muss dafür kein Technik-Genie sein, nur neugierig. Wer es einmal ausprobieren möchte: Im Repaircafé sind Fragen und Rechner jederzeit willkommen.